Liberia: Vom Strand zur verlassenen Eisenmine bei Mount Nimba.

Liberia beginnt gemütlich für uns. Gute Straßen führen uns zum Strand bei Robertsport, wo wir ein paar Tage verbringen. Der Hauptstadt Monrovia merkt man die US-amerikanische Kolonialvergangenheit in vielen Details an. Die Stadt wirkt aufgeräumter als andere westafrikanische Städte und hat weitläufige Straßen. Es gibt gute Burger und Eis. Zum ersten Mal seit Abfahrt regnet es, wir nähern uns den Regenzeiten Westafrikas. Den bisherigen Hitzerekord von Guinea (45 Grad im Auto) brechen wir zwar nicht, dafür wird es feuchter und so läuft die Soße in Strömen. Wir gönnen uns daher etwas Luxus in Form von ein paar Nächten in klimatisierten Hostels. Unser Weg führt uns in die bergige Gegend um Mount Nimba in Nordliberia, bekannt für seine großen Eisenminen. Schon bald fühlen wir uns wie auf einem Firmengelände, die Polizei wird von Securities ersetzt und jede Schule und jedes Gebäude trägt ein Logo von ArcelorMittal, weltgrößter Stahlproduzent, dem das gesamte Gebiet praktisch gehört. Statt Restaurants gibt es eine Firmenkantine, in der auch wir essen. Abends gibt’s Bier mit den Expats unter den Minenarbeitern. Unser Lonely Planet schwärmt vom Wandern auf den Mount Nimba, den höchsten Berg Liberias. Dort kann man allerdings auch mit dem Auto hinauffahren und so entdecken wir etwas viel Spannenderes, über das der Reiseführer kein Wort verliert: eine riesige, verlassene Eisenmine. Ursprünglich in deutsch-schwedischem Besitz war sie eine der größten Minen in Westafrika. Im Bürgerkrieg um 1990 wurde alles Hals über Kopf verlassen und seither ist niemand mehr dorthin zurückgekehrt. Alle Geräte, Fahrzeuge und Gebäude stehen da wie am letzten Tag und bilden eine gespenstische Atmosphäre inmitten der alten Abbaugebiete.

Jetzt aber endlich die Bilder. Es kann etwas dauern, bis alle geladen sind.

5 Kommentare

  1. Tolle Bilder und schöner Reisebericht 🙂 mutiger Weg über den Westen nach Südafrika! Werde diesen weiter verfolgen und drücke die Daumen, dass alles gut geht!

  2. Liebe Anja,
    lieber Lukas,
    gerade finde ich neben meinem PC Eure Web-adresse, die Ihr mir im Albert Schweitzer-Hospital gegeben habt. Sie war unter dem Fuß des Bildschirms gerutscht.
    Ich habe nun etwas mehr Zeit, da ich zum 1.08. „Ruheständler“ bin. Auch ein Grund für mich mal wieder nach Euch zu fragen. Unterdessen seid Ihr hoffentlich wieder heil zu Hause angekommen. Ich hoffe es geht Euch gut!? Es war eine Reise, die Ihr in Eurem Leben nie mehr vergessen werdet.
    Meine Frau und ich waren dieses Jahr an Pfingsten in Israel. Auch ein Kontrast zu Gabun! So konnte ich mir in meinen letzten 2 Dienstjahren an der Schule noch 2 Reisen (Gabun-Albert Schweitzer und Israel „genehmigen“, die ich schon lange vor hatte.
    Rührt Euch doch mal per E-mail!
    Herzliche Grüße
    Hartmut (Garreis)

    1. Hallo Hartmut,
      Freut uns von dir zu hören! Wir sind zwischenzeitlich wieder gut zuhause angekommen.
      Ich habe dir eben eine E-Mail gesendet.
      Liebe Grüße, Lukas

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