Elfenbeinküste: Wandern und absurde Städte.

Die Elfenbeinküste empfängt uns mit dem typisch westafrikanischen Lebensgefühl, das wir vom Senegal oder Guinea kennen. Das fängt bei den lachenden Menschen an, geht über die laute Musik am Strassenrand und endet bei der Französisch-Färbung bis hin zum leckeren Baguette. Zunächst sind wir glücklich, wieder gute Asphaltstraßen zu sehen. In Man (heisst wirklich so), ein nettes Städtchen in einem Mittelgebirge, wollen wir den „Dent de Man“ (Zahn von Man) besteigen. Trotz eingeschlafener Kondition absolvieren wir die erste Bergtour unserer Reise. Die Quittung ist ein ordentlicher Muskelkater. Weiter geht es in die aberwitzige Hauptstadt Yamoussoukro. Eine typisch afrikanische Geschichte: Yamoussoukro war eigentlich ein Kaff im Landesinneren, aber zufällig Geburtsort des ersten Präsidenten der Elfenbeinküste. Also hat er spontan beschlossen, die Hauptstadt vom pulsieren Zentrum an der Küste (Abidjan) nach Yamoussoukro zu verlegen. Dort hat er sich unter anderem für ca. 200 Millionen Euro (Mittelherkunft fraglich) eine riesige Kopie des Petersdom von Rom hingestellt (Katholiken sind dort eine absolute Minderheit). Reminder: die Elfenbeinküste ist ein krisengebeuteltes, armes Land. Die Hauptstadt steht damit beispielhaft für die selbstsüchtigen und korrupten Eliten des Kontinents. Begeistert sind wir dagegen von der fetten Straße hinunter an die Küste, unsere erste echte Autobahn seit Marokko.  Im modernen Abidjan lassen wir uns ein wenig von den Botschaften ärgern (Visa-Orga) und wundern uns über die Hochhäuser – ungewöhnlich für Westafrika. Wir finden sogar einen Burger King, erster westlicher Fast Food seit Abfahrt! 🙂 Von den putschartigen Verhältnissen von vor etwa zwei Monaten merken wir nichts. Alles ist ruhig und sicher, das Militär chillt wieder in den Kasernen. Leider werden wir zunehmend geduscht, es regnet beinahe jede Nacht. Daran sollten wir uns gewöhnen. Die guten Straßen lassen uns mehr oder weniger durch das Land fliegen. An der Küste stoppen wir noch in Grand Bassam, Hauptstadt zur französischen Kolonialzeit. Dort gab es in 2016 einen schweren Anschlag mit 18 Toten durch Al-Qaida im Maghreb. Der Ort hat sich glücklicherweise erholt, wir fühlen uns aber wegen der hohen Hotelpreise nicht wohl. Und so fahren wir nach einem kurzen Halt im Küstenort Assinie durch Palmöl- und Kautschuk-Anbaugebiete in Richtung Ghana.

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1 Kommentar

  1. Hallo Ihr Zwei!
    Die Reiseberichte sind unglaublich lebendig geschrieben und die Bilder einfach nur toll!
    Man kann aus der Ferne mit-Erleben wie ihr Euren Traum lebt. Phantastisch!!!!
    Weiterhin eine ganz wundervolle Reise.
    Danke für so viele schöne und lebendige Eindrücke. Herzlichen Gruss Gaby

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